04. Oktober 2018

Eigeninitiative macht glücklich

Wir lassen Unternehmer*innen und Politiker*innen zu Wort kommen, wenn es darum geht, Ideen für ein nachhaltig besseres Leben in den ärmsten Regionen dieser Welt zu entwickeln. 

Heute im Interview: der Unternehmer Hans-Peter Häberle, der seit 35 Jahren, die Ludwig Häberle Logistik GmbH mitgestaltet: „An Stay fasziniert mich besonders das revolutionäre Konzept der Entwicklungszusammenarbeit. Hier werden das Ergreifen von Eigeninitiative und das Übernehmen von Selbstverantwortung der einheimischen Sozialunternehmer wirklich gefördert und bestehende Abhängigkeiten werden abgeschafft.“ Lesen Sie mehr in unserem Gespräch mit Hans-Peter Häberle.

Hans-Peter Häberle - Häberle Logistik GmbH

Der Unternehmer Hans-Peter Häberle gestaltet seit 35 Jahren die Ludwig Häberle Logistik GmbH in Schwäbisch Gmünd mit. Der Unternehmer glaubt fest an Eigeninitiative und Zusammenarbeit. Gemeinsam lassen sich so Lösungen finden, von denen am Ende alle profitieren.

Stay: Herr Häberle, Ihr Unternehmen übernimmt seit vielen Jahren gesellschaftliche Verantwortung und baut Strukturen für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg auf. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Maße zu engagieren und durch welche Philosophie wird das Handeln Ihres Unternehmens geprägt?

 

Häberle: Wir haben erkannt, dass die momentane Situation in der Wirtschaft ein radikales Umdenken erfordert. Der Fokus liegt viel zu sehr auf materiellen Gütern. Finanzielles ist zwar wichtig, macht aber auf Dauer nicht glücklich. Zudem sind andere Rahmenbedingungen neben dem Gehalt ebenso von großer Bedeutung. Die Problematik besteht darin, dass heutzutage vielen Menschen der Sinn in ihrer Arbeit fehlt. Unsere Philosophie ist es, dass jeder Einzelne in der Lage ist, aus vorhandenen Gegebenheiten, durch Eigeninitiative und intrinsische Motivation Ideen und Projekte zu kreieren. So verleiht man Arbeit Sinn .Ich glaube fest daran, dass nur etwas, das Sinn hat, auch glücklich machen kann.

Stay: Sie engagieren sich stark im Bereich Gesundheit, zum Beispiel mit der von Ihnen 2012 gegründeten Plattform Hära, einem Gesundheitskongress in Schwäbisch Gmünd mit prominenten Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Warum liegt Ihnen Gesundheit so am Herzen?

 

Häberle: In unserer heutigen Zeit stehen Mitarbeiter häufig unter immensem Druck. Es ist daher die Aufgabe von uns Unternehmern, diesen Druck zu lindern und Strukturen sowie praktische Lösungen zu entwickeln, damit unsere Mitarbeiter gesund und motiviert arbeiten können. Durch unsere Veranstaltungen versuchen wir Unternehmern und Führungskräften bewusst zu machen, dass der Mensch den wertvollsten Part im Betrieb darstellt. Nachhaltiger Erfolg kann nur durch vollkommen körperlich, mental und seelisch gesunde Mitarbeiter erreicht werden.

Stay: Als Unternehmer haben Sie bereits an zahlreichen Netzwerk-Gründungen mitgewirkt. So bauten sie beispielsweise das Gesundheitsnetzwerk „Gewerbegebiet Gügling“ auf. Worin sehen Sie die größten Vorteile bei der Vernetzung von Unternehmern?

 

Häberle: Die ganz große Stärke von Netzwerken liegt darin, Menschen mit unterschiedlichsten Ideen und Fähigkeiten zusammenzubringen und bestehendes Wissen auszutauschen. Als Team ist es möglich, vorhandene Kräfte zu bündeln, um gemeinsam an Win-Win-Lösungen für alle zu arbeiten. Genau von diesen Vorteilen profitieren ja auch die Sozialunternehmer in Uganda, die Stay unterstützt. In ihrem Netzwerk, der Stay Alliance, ist Erfahrungsaustausch mit anderen Selbstständigen möglich. Die drei wichtigsten Bereiche Gesundheit, Bildung und Einkommen werden aufgebaut und Schlüssel-Multiplikatoren, die ihr Wissen in den Heimatdörfern weitergeben, ausgebildet. Diese nachhaltige Entwicklung verbreitet sich durch die Vergrößerung des Netzwerkes immer weiter.

Stay: Sie haben uns zugesagt, die Stiftung Stay als Pionier zu unterstützen. Darüber freuen wir uns sehr! Warum haben Sie sich für dieses Engagement entscheiden?

 

Häberle: An Stay fasziniert mich besonders das revolutionäre Konzept der Entwicklungszusammenarbeit. Hier werden das Ergreifen von Eigeninitiative und das Übernehmen von Selbstverantwortung durch einheimische Sozialunternehmer wirklich gefördert und bestehende Abhängigkeiten abgeschafft. Für mich ist die Umsetzung des Konzepts wirkliche „Hilfe zur Selbsthilfe“ und macht nachhaltige Entwicklung möglich.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es beim Gehen neuer Wegen wirklich wichtig ist, an sein Projekt zu glauben, Neuem offen gegenüberzustehen und sich trotz Widerständen selbst treu zu bleiben. Und genau das tut die Stiftung Stay!

Besonders freuen wir uns, dass wir neben der finanziellen Unterstützung als Pionier auch gemeinsam die Aufgabe angehen, das gesellschaftliche Bewusstsein dafür zu steigern, wie wichtig Selbstinitiative, Eigenverantwortung und intrinsische Motivation ist. Wir sind schon sehr auf die bevorstehenden Kooperationen gespannt!

 

Hans-Peter Häberle unterstützt Stay: Wir bringen Unternehmer zusammen, um Armut dauerhaft zu überwinden. Werden Sie hier Teil unseres starken Netzwerks.

Autor

Paula Dellit

Paula ist von Mitte Juli bis Anfang Oktober Praktikantin bei Stay im Bereich der Kommunikation. Nach ihrer Zeit hier will sie Linguistik und Anglistik studieren.

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