07. Juni 2019

Ein Leben mit Verpackungsabfall ist möglich, aber sinnlos

Mit ihrem besonderen Blick auf den Umgang mit Verpackungen freut sich unsere Praktikantin Cristina Sirbu, dass Bananenblätter bei den Projekten der Stay Alliance häufig zum Verpacken genutzt werden. Denn mit kleinen Umstellungen in ihrem eigenen Alltag verfolgt sie selbst ein großes Ziel: Sie will müllfrei leben. Wie ihr das gelingt und wie sie damit für Nachhaltigkeit sorgt, hat sie uns erzählt.

Alle wünschen sich Nachhaltigkeit, Cristina lebt sie einfach. Durch kleine Umstellungen in ihrem Alltag gelingt es ihr, fast ohne Verpackungsabfall zu leben. Die 24-Jährige macht gerade ein Praktikum im Bereich Entwicklungszusammenarbeit bei Stay. Mit ihrer durchdachten und konsequenten Lebensweise, mit der sie Verpackungsmüll meidet, hat sie uns alle ziemlich beeindruckt.

Viele kleine Ideen

Dabei sind es oft nur kleine Dinge, mit denen uns Cristina anfangs aufgefallen ist. Zum Beispiel bringt sie ihre eigenen Dosen von zu Hause mit, um sich mittags etwas zu essen zu holen. Die Styroporpackung plus Tragetüte vom Imbiss gegenüber braucht sie nicht.

Cristina hat noch mehr gute Ideen: Zum Beispiel erzählt sie uns, dass Zahnbürsten nicht recyclebar sind. Stattdessen nutzt sie Zahnbürsten aus Bambus. Die gibt es mittlerweile auch in den meisten Drogeriemärkten. Und um frische Lebensmittel oder Brot nach Hause zu tragen, wickelt sie sie in bienenwachsbeschichtete Baumwolltücher. Die sind mehrfach wiederverwertbar, abwaschbar und am Ende rückstandslos abbaubar. Oft geht es also gar nicht um Verzicht, sondern nur um kleine Umstellungen.

„Ganz einfach war es am Anfang aber nicht“, sagt Cristina. „Ich habe vor zwei Jahren mit der Umstellung begonnen, seit etwa einem Jahr lebe ich mit schätzungsweise 80 Prozent weniger Plastikmüll.“ Priorität war zunächst, Einweg-Verpackungen die rote Karte zu zeigen. Der Rest ergibt sich nach und nach.

Was ist Cristinas Ziel? „Irgendwann will ich komplett müllfrei leben. Und dann ist es mir wichtig, die Unternehmen auf das Plastikproblem aufmerksam zu machen.“ Bringt das was? Einen ersten Erfolg hatte sie schon: Einmal hat sie einen Deo-Hersteller angeschrieben und eine unnötige Kunststoffbeschichtung auf der ansonsten papiernen Verpackung kritisiert. Ein halbes Jahr später kam dieselbe Verpackung ohne diese Beschichtung auf den Markt!

Bewusstsein für Nachhaltigkeit auch in Afrika

Cristina hat sich eine nachhaltige Lebensweise vorgenommen. Nachhaltigkeit, das heißt für sie, mit den Ressourcen der Erde so umzugehen, dass auch die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt haben. Und damit schließt sich der Kreis zu Stay: Wir fördern afrikanische Sozialunternehmen, die unter anderem nachhaltige Anbaumethoden verbreiten. Denn das Umweltbewusstsein ist auch in afrikanischen Ländern groß. Länder wie Ruanda und Kenia oder jüngst Tansania wollen etwa in Zukunft ganz ohne Einwegplastiktüten auskommen. Für Cristina ist das längst eine Selbstverständlichkeit.

Autor

Katharina Haasis

Als Bachelor-Absolventin der Kultur- und Politikwissenschaft freut sich Katharina von April bis Juli 2019 das Kommunikations-Team von Stay zu unterstützen.

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