24. März 2016

Stay Alliance – am Puls der Flüchtlingsproblematik

In Zeiten des großen Flüchtlingsstroms nach Europa wird über Ursachenbekämpfung als langfristige Lösung geredet. Trotz jahrzehntelanger Entwicklungszusammenarbeit sehen wir aber an vielen Stellen keine Linderung der Fluchtursachen, sondern eher neue Schwierigkeiten und Herausforderungen. Die Stay Alliance liefert einen guten Ansatz, um der Problematik effektiv entgegenzuwirken.

Quelle: Stay

Es ist ganz logisch. Verbessert man die Lebenssituation der Menschen in ihrer Heimat, würden sie auch nicht flüchten wollen. Deswegen ist Entwicklungshilfe richtig und wichtig, nicht nur um Flucht an sich zu bekämpfen, sondern auch um das Leben von Millionen von Menschen zu verbessern und für eine gerechtere globale Ressourcenverteilung zu sorgen. Die bisherige Entwicklungshilfe der westlichen Staaten hat sich allerdings als wenig effektiv erwiesen. Im schlimmsten Fall hat sie sogar zur Verschlimmerung der Problematik beigetragen, indem neue Abhängigkeiten entstanden sind. Mit der Motivation genau dies zu ändern, haben wir die Stay Alliance in Uganda ins Leben gerufen.

Ein Aspekt, der bei der bisherigen Entwicklungshilfe zu wenig oder gar nicht beachtet wird, ist das Potenzial vor Ort. Weder in den Medien noch durch die Werbung klassischer Hilfsorganisationen wird gerne das Bild eines starken Afrikas gezeichnet. Beliebter für die Spendenwerbung sind noch immer die Fotos von hungernden Kindern, von Menschen in Not. Wir versuchen eine andere Perspektive zu zeigen, die genauso zu der Realität von Entwicklungsländern gehört. Wir zeigen Sozialunternehmer: Menschen vor Ort, die bereits eigene Projekte auf die Beine gestellt haben und die die Motivation haben, das Leben ihrer Mitmenschen, denen es an Zugang zu Wissen fehlt, zu verbessern. „Viele Menschen im ländlichen Uganda haben Zugang zu natürlichen Ressourcen. Sie besitzen Land, mit Flüssen, Seen, Wäldern. (…) Ihnen fehlt jedoch das Wissen und das Kapital um das nutzen zu können. Unter anderem deswegen gehen sie in die Städte oder flüchten in Länder die weiter entwickelt sind, in der Hoffnung auf bessere Chancen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten (…) Doch das sind oft falsche Erwartungen, da die Stadt diesen Menschen ohne Bildung nicht viel bieten kann“ meint Jackson Muzaale, Projektkoordinator der Stay Alliance in Uganda.

Die Stay Alliance ist ein Dachverband einheimischer Sozialunternehmer. Noch befindet sie sich im Aufbau. Sie unterstützt ihre Mitglieder, ihre Organisationen und Projekte weiter auszubauen. So kann Wissen nachhaltig verbreitet werden, und die Menschen in ihrem Umfeld erhalten Zugang zu Gesundheit, Bildung und Einkommen. Gerade auch ländliche Gemeinden stehen im Fokus der Stay Alliance. „Stay bevorzugt die Zusammenarbeit mit Organisationen, die in ländlichen Gegenden operieren. Wenn man in ländlichen Gemeinden arbeitet und dort dafür sorgt, dass die Menschen Zugang zu Gesundheit und zu Bildung erhalten und ihnen ermöglicht wird ihr volles Potenzial als auch die natürlichen Ressourcen zu nutzen, werden sie dort auch bleiben“, meint Jackson weiterhin.

In Uganda hat sich das Konzept der Stay Alliance bereits bewährt. Viele Projekte tragen schon Früchte, wie die Ausbildung von Krankenschwestern, die für die Übermittlung von Wissen im Gesundheitswesen sorgen. Während im letzten Jahr noch zwei Sozialunternehmer mit Stay zusammengearbeitet haben und Ende letzten Jahres 21 Sozialunternehmer in die Stay Alliance aufgenommen werden wollten, haben im aktuellen März-Workshop schon über 30 Teilnehmer ihr Interesse am Dachverband gezeigt. Diese unglaubliche Dynamik zeigt uns, dass die Stay Allianceauf einem guten Weg ist, und wir freuen uns darauf, mehr über ihre Entwicklung zu berichten. In Zukunft sollen in immer mehr Entwicklungsländern Stay Alliances entstehen, um immer mehr Menschen zu ermöglichen, in ihrer Heimat ein selbstbestimmtes Leben zu führen.