30. September 2020

Wie in Afrika neue Bündnisse gegen Armut entstehen

Sozialunternehmen können noch mehr Menschen Möglichkeiten anbieten um sich selbst aus der Armut zu befreien, wenn sie ihre Kräfte bündeln. Deswegen bringen wir sie in Stay Alliances zusammen. Aber wie geht das eigentlich?

Wenn man so ein gewaltiges Ziel verfolgt wie das Ende der Armut, arbeitet man am besten in einer starken Gemeinschaft. Deswegen sind die Stay Alliances das Herz unseres Ansatzes: Netzwerke aus einheimischen afrikanischen Sozialunternehmen. Jedes für sich verfolgt eine bereits bewährte Idee, um das Leben der Ärmsten zu verbessern. Doch gebündelt im Netzwerk Stay Alliance werden sie zu einer Macht im Kampf gegen Armut.

Stay hat solche Alliances bereits in Uganda, Ruanda und Kenia aufgebaut. Bei jeder Gründung haben wir mehrere Phasen durchlaufen – mit jeweils ganz eigenen Herausforderungen. Doch gemeinsam ist allen Phasen, dass der Erfolg abhängt von der engen Zusammenarbeit der vielen Macherinnen und Macher in Afrika und unserer Projektmanagerinnen und -manager in Stuttgart.

Findungsphase: Vom Suchen und Finden des Partners

Wer kennt sich vor Ort am besten aus? Natürlich die Menschen, die dort zu Hause sind. Deswegen sucht Stay zunächst nach einer einheimischen Kontaktperson. Sie wird als Landeskoordinatorin unser erster Anker.

Entscheidungsphase: Es wird ernst

Dann wählt Stay eine lokale Hilfsorganisation als Gründungspartnerin. In Kenia zum Beispiel haben wir uns letztes Jahr mit WEL (Women‘s Empowerment Link) verbündet: Diese Organisation verfügt über breites Know-how in den Bereichen Unternehmensentwicklung, Unternehmensführung und Wirtschaftsförderung – mit Kenntnissen der lokalen Gegebenheiten und Kontakten zu den relevanten Behörden. Virginia Nduta, Geschäftsführerin von WEL, zeigt sich begeistert von Stay: „Die Stay Alliance Kenya ist ein starkes, wachsendes Netzwerk, in dem man Konzepte, Strategien und innovative Ideen teilen kann.“ Damit ist klar: WEL ist der ideale Partner für den Aufbau der Stay Alliance Kenya!

Vernetzungsphase: Ein Alliance-Mitglied kommt selten allein

Jetzt geht es richtig los: Sozialunternehmen aus dem Land können Mitglied des neu entstehenden Netzwerks werden. Um sicher zu gehen, dass es die Bewerber auch wirklich ernst meinen, gibt es einen Prüfkatalog. Bei einer Kick-off-Veranstaltung bilden sich Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten – eine erste Struktur der Alliance nimmt Gestalt an. Im Anschluss bestimmen die Arbeitsgruppen die Satzung und wählen einen Namen. Wichtig ist, dass der Verband von Anfang an eine lokale und basisdemokratische Geschichte hat. Nach und nach schließen sich immer mehr Sozialunternehmen dem Netzwerk an. Warum eigentlich? Für Manzi Norman zum Beispiel, Gründer und Leiter des Sozialunternehmens Dream Village in Ruanda, gibt es mehrere Gründe: “Es sind einheimische Initiativen und diese ergänzen und verstärken einander, da sie unterschiedliche Bereiche der Entwicklungsarbeit abdecken.“

Austausch- und Wachstumsphase: Entwicklung, die bleibt

Die Mitgliedsunternehmen arbeiten nun zusammen. Sie tauschen Best Practices aus und erarbeiten gemeinsam neue Entwicklungsprogramme – wie zum Beispiel das Ausbildungsprogramm zu Imkern in Uganda. Und auch über Landesgrenzen hinweg wird genetzwerkt: Zur Kick-off-Veranstaltung der neu gegründeten Kwigira Stay Alliance Rwanda kam auch der Programmmanager der LATEK Stay Alliance Uganda und teilte seine Erfahrungen. Immerhin befindet sich die LATEK Stay Alliance bereits seit Jahren in der Wachstumsphase.

Autor

Andreas Kugler

Andreas Kugler arbeitet ehrenamtlich bei Stay und trägt dazu bei, dass die Stiftung und ihr neuer Weg in der Armutsbekämpfung immer bekannter werden.

 

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