02. Mai 2019

Von Klimaschutz und einem gigantischen Müll-Boot: Nachrichten aus Uganda und Kenia

Einsatz für den Klimaschutz, Chinesisch-Unterricht ist Standard, WhatsApp-Nachrichten kosten extra: In Uganda und Kenia ist vieles ähnlich oder auch anders als bei uns. Einheimische finden sich da am besten zurecht – so wie die Sozialunternehmer, die sich in unseren Stay Alliances vernetzen. Was hat in ihrer Heimat in den letzten Monaten Schlagzeilen gemacht? Hier gibt’s einen Überblick.

Ugandas Hoffnungen zwischen Klimaschutz und neuen Großinvestoren

Ausgehend von der Schülerin Greta Thunberg, die sich unter dem Motto „Fridays for Future“ für den Klimaschutz stark macht, engagieren sich auch in Uganda junge Menschen. Beispielsweise setzt sich die junge Umweltaktivistin Vanessa Nakate in Kampala für die Senkung der CO2-Emissionen und erneuerbare Energien zur Eindämmung der Klimakatastrophe ein. Aufgrund der drohenden Wüstenbildung sei die Gefahr für ihr Land groß. Das Bewusstsein für den Klimaschutz muss steigen – das ist ihr größtes Anliegen, für welches sie sich leidenschaftlich einsetzt. 

Neben Klimaschutz sind auch Kryptowährungen wie Bitcoin im Aufwind und werden als Anlageform immer beliebter. Die Regierung setzt dagegen auf andere Wege der Mittelbeschaffung: Für die Nutzung von WhatsApp, Facebook oder Twitter erhebt sie seit 2018 eine eigene Steuer. Das soll jährlich über 300 Millionen Euro bringen. Eine andere Quelle sind Gelder aus Asien. Vom indischen Premierminister Modi bekam die Regierung die Zusage, Uganda mehr als 200 Millionen Dollar an Krediten zu bewilligen. Auch von noch weiter östlich, aus China, erhofft sich Uganda langfristige Unterstützung – und bereitet schon die Allerkleinsten darauf vor: An immer mehr Schulen steht Chinesisch verbindlich auf dem Stundenplan.

Kenia: Ein großer Sprung und viele Flipflops

Auch Kenias Grundschüler sollen ab 2020 Chinesisch lernen. Es ist ein Zeichen dafür, dass das Land auf wirtschaftliche Entwicklung setzt. Auf dem jährlichen Governance-Ranking afrikanischer Länder der Mo Ibrahim Foundation hat Kenia mit den größten Sprung nach vorne gemacht. Das belegt, dass sich die Situation in den Bereichen Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Mitbestimmung, Menschenrechte und Nachhaltigkeit weiter verbessert hat.

Die wichtige Bedeutung von Mitbestimmung und Nachhaltigkeit zeigt sich auch durch junge Schüler in Kenia. Sie gehen, wie weltweit, unter dem Motto „Fridays for Future“ für den Klimaschutz auf die Straße. Zum „Fridays-For-Future“-Marsch am 15. März zogen sie zum Rand des Karura-Waldes im Norden Nairobis, um Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern. „Jeder Einzelne, der heute zum Marschieren gekommen ist, verändert in unserer Welt etwas“, sagte der Organisator. „Wir sind die Jugend. Unsere Zukunft liegt in unseren Händen. “

Ein weiteres Beispiel für nachhaltiges Bewusstsein ist der Einsatz für die Abschaffung von Plastiktüten. Ruanda und Kenia sind die einzigen Mitglieder der ostafrikanischen Gemeinschaft, die Plastiktragetaschen verboten haben. Kenia setzt sich zudem dafür ein, dass sich die weiteren ostafrikanischen Länder im Kampf gegen die Plastikbedrohung beteiligen und drängt seine Nachbarländer die Einweg-Kunststofftragetaschen zu verbieten. Um den Umgang mit Plastik dreht sich auch eine andere innovative nachhaltige Idee: Aus Plastikmüll, angespült aus dem Meer, wird in Kenia das erste Boot gebaut. Das 200 Meter lange, fahrtüchtige Boot soll einzig aus angespültem Plastikmüll von Kenias Stränden bestehen – insgesamt über 45 Tonnen und allein 200.000 Flipflops. Eine wirklich gute Idee, um auf ein wahrlich drängendes Problem aufmerksam zu machen. 

Quelle: Deutsche Afrika-Stiftung, Africa Times, The Nation

Autor

Katharina Haasis

Als Bachelor-Absolventin der Kultur- und Politikwissenschaft freut sich Katharina von April bis Juli 2019 das Kommunikations-Team von Stay zu unterstützen.

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