05. Juli 2019

Diese 5 Gründe machen Afrika zum Boom-Kontinent der Zukunft

Welcher Kontinent ist das: Boomende Wirtschaftszentren, wachsende Großstädte, dynamische Start-up-Kultur? Afrika! Ein neuer Blick auf unseren südlichen Nachbarkontinent lohnt sich. Diese überraschenden Fakten machen Afrika zum Wachstumskontinent.

1.      Höchstes Bevölkerungswachstum

Zwei Milliarden Menschen werden in wenigen Jahrzehnten in Afrika leben. Die Entwicklung bis dahin ist rasant: Auf keinem anderen Kontinent wächst die Bevölkerungszahl so schnell. Nigeria allein überschreitet in diesem Jahr die 200-Millionen-Menschen-Marke. Damit ist die größte Volkswirtschaft Afrikas – gemessen an der Bevölkerungszahl – zweieinhalbmal so groß wie Europas größte Volkswirtschaft Deutschland.

 

2.      Höchstes Wirtschaftswachstum

Apropos Wirtschaft: Noch stärker als die Bevölkerungszahl wächst die Wirtschaftsleistung. Besonders in den Staaten südlich der Sahara sind Wachstumsraten um die fünf Prozent die Regel. Neue Wachstumszentren entstehen: Äthiopien ist in diesem Jahr eines der Top-Five-Boomländer weltweit, Angolas Wirtschaft ist nach der Jahrtausendwende im Schnitt jedes Jahr um rund 11 Prozent gewachsen. Nach einer kurzen Wachstumsdelle in den vergangenen Jahren stehen die Zeichen nun wieder auf Rekord. Gerade erst haben sich 22 Staaten zur größten Freihandelszone der Welt zusammengeschlossen, um das Wachstum weiter anzufachen. Bis 2050 könnte Afrika eine höhere Wirtschaftsleistung auf die Waage bringen als heute die EU und die USA zusammen.

 

3.      Höchstes Ölförderwachstum

Gleich neun Länder südlich der Sahara verfügen über Ölvorräte. Ihre geförderten Mengen sind nach der Jahrtausendwende stärker gewachsen als in vielen etablierten Ölländern. Nigeria allein hat 2018 fast zehn Prozent mehr Öl gefördert als im Vorjahr. Und neue Akteure drängen auf den Markt: Uganda verfügt über eine der jüngsten entdeckten Ölvorkommen und macht sich gerade an die Verwertung. Dabei hilft, dass die Regierungen in der Region verstärkt in den Ausbau ihrer Infrastruktur investieren. So haben beispielsweise 15 Staaten aus dem südlichen Afrika gemeinsam ein gewaltiges Infrastrukturprojekt von 500 Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht.

 

4.      Größtes Start-up-Wachstum
In den Ländern der Subsahara bieten Großkonzerne und staatliche Institutionen weniger wirtschaftliche Sicherheit als anderswo. Deswegen nehmen hier besonders viele Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand: Sie gründen ihre eigenen Unternehmen. Die Zunahme von Neugründungen ist nirgends so hoch wie in dieser Region. Der Online-Bezahldienst M-Pesa und der Online-Händler Jumia sind nur zwei namhafte Tech-Firmen, die in diesem Ökosystem großgeworden sind. Immer mehr Regierungen unterstützen Unternehmertum. Der sogenannte Ease-of-doing-business-Index der Weltbank führt fünf afrikanische Staaten unter den Top 10 der Reformländer im Bereich „Starting a Business“. Diese Länder sind außerdem Rekordhalter bei wirtschaftsfreundlichen Reformen. Insbesondere Kenia und Ruanda  unterstützen Gründer, indem sie Registrierungen erleichtern, Vorgaben entschlacken und Gebühren abschaffen. So etwas lieben Start-upper.

 

5.      Größte verfügbare landwirtschaftliche Fläche
Fast zwei Drittel der ungenutzten potenziellen Agrarflächen liegen in Afrika. Das Wachstumspotenzial für die Landwirtschaft ist damit gigantisch. Klar, dass da auch gewiefte Start-ups hellhörig werden: Das bekannteste von ihnen stammt zwar aus England, wurde aber zuerst in Kenia etabliert: „WeFarm“ vernetzt kleine Farmer und sorgt für Wissenstransfer über SMS. So erhalten Farmer prompt und professionell Unterstützung bei Problemen – sogar in Regionen ohne Internet. Eine Million Menschen nutzen das Netzwerk.

 

Potenziale müssen genutzt werden

Das Potenzial Afrikas ist immens. Die extreme Armut, in der heute noch viele Menschen der Subsahara leben, könnte in einigen Jahren verschwunden sein. Doch es kommt darauf an, dass Afrikas Chancen genutzt werden. Eine neue Art der internationalen Entwicklungszusammenarbeit setzt auf die Menschen, die Afrikas Potenziale verkörpern: Einheimische, die mit unternehmerischer Professionalität und sozialer Verantwortung an Afrikas Zukunft arbeiten. Bei der Stiftung Stay sind wir überzeugt, dass das der Weg ist, um Armut dauerhaft zu überwinden. Deswegen unterstützen wir afrikanische Sozialunternehmen. Wer Stay hilft, hilft Afrika auf seinem Weg in eine bessere Zukunft.

 

Mehr zu unserer Arbeit hier: https://bit.ly/2Jby1v8

Quellen: The Economist, Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, Sieren & Sieren: Der Afrika-Boom, Asserate: Die neue Völkerwanderung, CNN, SADC

Autor

Andreas Kugler

Andreas Kugler arbeitet ehrenamtlich bei Stay und trägt dazu bei, dass die Stiftung und ihr neuer Weg in der Armutsbekämpfung immer bekannter werden.

 

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