Die Geschichte von Stay

Suche nach dem "richtigen" Projekt

Benjamin Wolf ist Gründer und Geschäftsführer der Stiftung Stay – Entwicklung, die bleibt.

 

Benjamin Wolf erlebte in seiner langjährigen Tätigkeit in der und für die Entwicklungshilfe, dass Projekte oft von westlichen Hilfsorganisationen initiiert, gesteuert und finanziert werden. Obwohl mit „Hilfe zur Selbsthilfe“ betitelt, führte diese nicht zur Selbständigkeit, sondern zu neuen Abhängigkeiten.

Viele Menschen haben von leerstehenden Krankenhäusern, von versandeten Brunnen oder von verrosteten Traktoren gehört, welche die Landwirtschaft effizienter machen sollten. Die Verantwortung für missglückte Entwicklungshilfe wird oft den Einheimischen zugeschrieben. Wolf fragte sich, was der Grund ist, dass die von außen initiierten Projekte von den Bewohnern eines Landes oft nicht weitergeführt werden.

2006 gab der studierte Betriebswirt mit Schwerpunkt NGOs seine Festanstellung in einer Unternehmensberatung auf und gründete eine Stiftung. Seine Vision war, gemeinsam mit Freunden auf die Kritik an der Entwicklungshilfe zu reagieren und neue, funktionierende Projekte zu konzipieren, die sich sogar von selbst weiter verbreiten.

Auf seinen Reisen durch verschiedene afrikanische Länder lernte er Projekte und Organisationen kennen, die von Einheimischen initiiert und geleitet wurden. Es gab sie also, die Einheimischen, die selbst Verantwortung für die Entwicklung ihrer Gesellschaft übernahmen. Die auf unternehmerische Art soziale Probleme lösten und dabei ihren Mitmenschen halfen.

Wolf erkannte, dass einheimische Sozialunternehmer der Schlüssel zu bedarfsgerechten und gleichzeitig langlebigen Projekten sind. Die Projekte mussten von innen initiiert sein, weil es um die eigene  Heimat geht. Dies ist  die größte und langlebigste Motivation, erfolgreiche Projekte im eigenen Land zu betreiben.

Das Problem war nur, dass diese einheimischen Sozialunternehmer zu wenig wahrgenommen und gefördert wurden.

Als logische Konsequenz startete die Stiftung Stay 2012, getreu dem Leitspruch »Entwicklung ohne Entwicklungshelfer«, ein nachhaltig angelegtes Pilotprojekt: Die „Stay Alliance“ in Uganda. Sie ist das Projekt, das Stay zu einem Pionier für eine neue Art der internationalen Entwicklungszusammenarbeit macht.

Das Ziel ist es, zu zeigen, dass reine Selbsthilfe der Einheimischen, ohne Einmischung von westlichen Experten, die effizienteste, wirkungsvollste und dauerhafteste Form von Entwicklung ist.

Die Stay Alliance ist selbststeuernd und finanziell selbsttragend konzipiert. Ihr Fundament sind einheimische Sozialunternehmer, über welche u. a. die Ausbildung lokaler Multiplikatoren wie Lehrer, Krankenschwestern und Kleinunternehmer gefördert wird. Die Stiftung Stay aus Stuttgart gibt lediglich Starthilfe, damit die Projekte schneller an Dynamik gewinnen können. Die LATEK Stay Alliance Uganda ist seit 2017 ein offiziell eingetragener Verband von ugandischen Sozialunternehmen. So bleibt Entwicklungshilfe nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sondern eine Entwicklung, die bleibt.